PV-Speicher richtig berechnen: Welche Batteriekapazität brauchst du?

PV-Speicher richtig berechnen: Welche Batteriekapazität brauchst du?

Geschrieben von: Stephan Tölpe

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Lesezeit 3 min

Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet immer schneller voran. Im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken lässt sich die Leistung einer Solaranlage jedoch kaum beeinflussen – Strom gibt es nur dann, wenn genügend Sonnenlicht vorhanden ist. Bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter sinkt die Produktion entsprechend ab.

Während Kohle- oder Atomkraftwerke konstant Energie liefern, ist das bei Photovoltaik nicht möglich. Deshalb braucht es Lösungen, um überschüssigen Solarstrom zwischenzuspeichern und flexibel zu nutzen. Genau hier kommen PV-Speicher ins Spiel: Sie speichern den produzierten Strom in einer Batterie und machen ihn jederzeit abrufbar – ideal auch für private Anlagen.


Doch welche Speichergröße ist sinnvoll? Wie berechnest du die passende Kapazität und welche Kosten kommen auf dich zu? In diesem Beitrag erfährst du, wie du deinen PV-Speicher dimensionierst und welche Speichersysteme es gibt.


Besonders bei Stecker-Kraftwerken lohnt sich ein Speicher, weil überschüssiger Strom sonst meist verschenkt wird. Mit einer Batterie nutzt du einen deutlich größeren Teil deiner eigenen Solarenergie – und sparst entsprechend Stromkosten.

Was ist ein PV-Batteriespeicher?

Ein PV-Speicher funktioniert wie ein Akku: Er speichert den Solarstrom und stellt ihn dann bereit, wenn du ihn brauchst. Untergebracht ist der Speicher meist in Hauswirtschaftsraum, Keller, Garage oder im Außenbereich. Die Größe hängt von der gewählten Kapazität ab.

Tagsüber wird überschüssiger Strom eingespeist, abends oder nachts greifst du automatisch auf die Batterie zurück. Wie viel Energie gespeichert werden kann, hängt von der Speicherkapazität ab, gemessen in Kilowattstunden (kWh).

Ein Stromspeicher erhöht deinen Eigenverbrauch, senkt deine Stromkosten und macht dich unabhängiger vom öffentlichen Netz.

Welche Arten von PV-Speichern gibt es?

Bevor du die benötigte Speichergröße berechnest, musst du dich für einen Batterietyp entscheiden. Heute dominieren Lithium-Ionen-Batterien. Hier ein Überblick über die wichtigsten Varianten:

Lithium-Nickel-Cobalt-Mangan (NCM)

  • Sehr hohe Energiedichte

  • 6–60 Amperestunden typisch fĂĽr PV

  • Gute Leistung bei moderaten Kosten

  • Zylindrische, prismatische oder rechteckige Bauformen

Lithium-Eisen-Phosphat (LFP)

  • Sehr hohe Sicherheit

  • Thermisch und chemisch stabil

  • Ca. 5.000 Ladezyklen

  • Geringere Energiedichte, aber hohe Spannungen → schnelles Laden möglich

Lithium-Mangan-Oxid (LMO)

  • Hitzeresistent

  • Umweltfreundlicher als Kobalt-basierte Akkus

  • KostengĂĽnstig

  • 1.500–2.000 Ladezyklen

Lithium-Cobalt-Oxid (LiCoO2)

  • Hohe Energiedichte, häufig in Kleingeräten

  • Nur 500–1.000 Zyklen

  • Höhere Brandgefahr

Alternative: Salzwasserspeicher

  • Umweltfreundlich, unkritische Rohstoffe

  • Wartungsfrei, sehr sicher

  • Hohe Kosten, langsamere Ladezeiten

  • Noch wenig verbreitet

Welcher Speicher passt zu deiner PV-Anlage?

Für klassische PV-Anlagen haben sich vor allem NCM- und LFP-Speicher bewährt. Welches System ideal ist, hängt von deinen Prioritäten ab: maximale Lebensdauer, geringere Kosten, schnelle Ladezeiten oder möglichst umweltfreundliche Technik.

Wie berechnest du die optimale Speichergröße?

Nach der Wahl des Batterietyps kommt die Frage nach der richtigen Kapazität. Sie bestimmt:

  • deinen Autarkiegrad

  • deinen Eigenverbrauch

  • deine Einsparungen beim Netzstrombezug

Die Größe richtet sich nach deinem Stromverbrauch und der Leistung deiner PV-Anlage.


1. Leistung deiner PV-Anlage

Ein zu groĂźer Speicher lohnt nicht, wenn deine PV-Anlage ihn kaum fĂĽllen kann.

Faustregel:
Speicherkapazität = 0,9 bis 1,6 × PV-Leistung (kWp)


Beispiel:
10 kWp → 9 bis 16 kWh Speicher


2. Jahresstromverbrauch

Eine weitere Faustformel besagt, dass der Speicher rund 60 % deines täglichen Verbrauchs abdecken sollte.

Beispiel:
4.000 kWh/Jahr = 11 kWh/Tag
→ Speichergröße ca. 6,6 kWh


3. Autarkiegrad berechnen

Wenn dir maximale Unabhängigkeit wichtig ist, hilft ein Autarkie- oder Eigenverbrauchsrechner. Er berücksichtigt Verbrauch, PV-Leistung und Speicherkapazität und berechnet deinen Autarkiegrad.

Welche Kapazität braucht dein Speicher?

Die ideale Kapazität hängt ab von:

  • deinem Verbrauch

  • der PV-Leistung

  • deinem gewĂĽnschten Autarkiegrad

  • dem verfĂĽgbaren Platz

  • deinem Budget

Mach dir klar, ob dir ein möglichst hoher Eigenverbrauch oder eher eine kurze Amortisationszeit wichtiger ist.

Formeln zur Berechnung deiner Speichergröße

Faustformel nach PV-Leistung:

PV-Leistung (kWp) × 0,9–1,6 = Speicherkapazität (kWh)


Faustformel nach Strombedarf:

(Jahresverbrauch / 365) × 0,6 = Speicherkapazität (kWh)

Was kostet ein PV-Speicher?

Die Kosten hängen ab von Kapazität und Batterietyp:

  • 5 kWh Speicher: ca. 5.000–8.000 €

  • 10 kWh Speicher: ca. 8.000–12.000 €

Speicher fĂĽr Balkonkraftwerke sind jedoch deutlich gĂĽnstiger:

  • 800–1.000 € pro kWh

Damit lassen sich auch kleine Anlagen effizienter machen.

Lohnt sich ein PV-Speicher?

Ein Speicher lohnt sich finanziell, wenn die eingesparten Stromkosten langfristig die Anschaffungskosten ĂĽbersteigen.

Weitere GrĂĽnde fĂĽr einen Speicher:

  • höherer Autarkiegrad

  • Strom jederzeit nutzbar

  • weniger Abhängigkeit vom Netz

Wichtig: Die Einspeisevergütung (7,1–8,2 Cent/kWh) ist deutlich niedriger als der Strompreis beim Einkauf – daher lohnt mehr Eigenverbrauch fast immer.

Kann man einen Stromspeicher nachrĂĽsten?

Ja, das ist problemlos möglich. Die Kriterien entsprechen denen der Neuplanung. Ob sich die Nachrüstung lohnt, zeigt dir deine aktuelle Eigenverbrauchsquote.



Unabhängig davon, für welches System du dich entscheidest: Ein Balkonkraftwerk mit Speicher bringt dich einen großen Schritt näher an mehr Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen. Du nutzt deine selbst erzeugte Solarenergie genau dann, wenn du sie brauchst – auch abends oder bei schlechtem Wetter.

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