Was macht ein Mikrowechselrichter eigentlich genau?

Was macht ein Mikrowechselrichter eigentlich genau?

Geschrieben von: Stephan Tölpe

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Lesezeit 2 min

Wir klären auf! Du möchtest Solarstrom nutzen, ohne Dach oder Balkon umzubauen – und am besten ohne technischen Overload? Mikrowechselrichter machen dir genau das leicht: ein bis zwei Module, ein kleines Gerät direkt am Modul – und schon fließt eigener Solarstrom in dein Zuhause.
Seit der 800-W-Regel sind steckerfertige Mini-Solaranlagen in Deutschland einfacher denn je: anmelden, einstecken, sparen.

In diesem Beitrag erfährst du, was ein Mikrowechselrichter genau macht, wie er dir bei Verschattung oder schwächeren Modulen hilft und welche Geräte in Deutschland zulässig sind.

Was macht ein Mikrowechselrichter?

Ein Mikrowechselrichter wird direkt am Photovoltaik-Modul montiert. Er wandelt den dort erzeugten Gleichstrom (DC) sofort in wechselstromfähigen AC-Strom um, der direkt in dein Hausnetz eingespeist wird.
Im Unterschied dazu sammelt ein klassischer String-Wechselrichter mehrere Module in einem Strang und wandelt den Strom zentral.

Vorteile im Alltag:

MPPT pro Modul

Jedes Modul arbeitet an seinem eigenen Maximum Power Point (MPPT).
Verschattung, leichte Verschmutzung oder unterschiedliche Ausrichtungen beeinträchtigen nicht mehr den gesamten Strang. Das steigert den Ertrag – besonders in „realen“ Setups mit weniger perfekten Bedingungen.


Sicherheit & Einfachheit

 Modular & skalierbar

Du startest mit ein bis zwei Modulen und kannst später problemlos erweitern.
Monitoring ist je nach System sogar modulgenau möglich.

 Unabhängigkeit zwischen Modulen

Ein schwächeres Modul zieht kein anderes mit herunter – perfekt bei verschiedenen Ausrichtungen wie Ost/West.

Der rechtliche Rahmen in Deutschland

Mit dem Solarpaket I (2024) sind Steckersolargeräte erstmals klar gesetzlich definiert.
Die wichtigsten Vorgaben:

  • max. 800 W AC am Wechselrichter

  • max. 2.000 W Modulleistung

Die Anmeldung wurde vereinfacht.
Der Anschluss über eine normale Schuko-Steckdose ist grundsätzlich zulässig – sofern die Schutzmaßnahmen nach Norm (z. B. DIN VDE 0100-551-1) eingehalten werden.
Der VDE hat dazu einen Konsens inklusive 800-VA-Grenze veröffentlicht.


Wichtig:
Vor dem Kauf musst du das Einheitenzertifikat nach VDE-AR-N 4105:2018-11 prüfen.
Ein Shop-Hinweis wie „Deutschland-konform“ reicht dafür nicht aus. Viele Hersteller (z. B. TSUN) besitzen geprüfte Zertifikate vom TÜV Nord.

Wo Mikrowechselrichter klare Vorteile haben

✔ Balkon-, Fassaden- oder Carport-PV

Überall dort, wo kleine oder ungleichmäßige Flächen genutzt werden, spielen Mikrowechselrichter ihre Stärken aus.
Dank MPPT pro Modul holst du auch bei Teilverschattung das Maximum heraus.

✔ Unterschiedliche Modul-Ausrichtungen

Ost/West, Süd/West oder gemischt – jedes Modul arbeitet unabhängig.
Kein Ertragsverlust durch einen „schwachen“ Strang.

✔ Nachrüstung & Bestandsanlagen

Kurze DC-Wege, weniger Planungsaufwand, einfach in bestehende Steckdosenkreise integrierbar (normkonform!).

✔ Schnelle Fehlersuche

Modulgenaues Monitoring zeigt dir sofort, wenn ein Modul nicht wie erwartet arbeitet – ohne die ganze Anlage prüfen zu müssen.

Anschluss & Anmeldung – einfach, aber korrekt

Auch steckerfertige Sets müssen nach Norm installiert werden. Dazu gehören u. a. die Anforderungen der DIN VDE 0100-551-1 sowie die Vorgaben des Netzbetreibers.

Die vereinfachte Anmeldung für Balkonkraftwerke ist dafür da – nutze sie unbedingt. Der Anschluss über eine normale Haushaltssteckdose ist nach aktuellem Stand möglich, sofern die Schutzmaßnahmen erfüllt sind.

Tipp:
Hast du eine ältere Elektroinstallation, lohnt sich ein kurzer Check durch eine Elektrofachkraft.

Praxistipps für die optimale Installation

  • Montiere den Mikrowechselrichter so nah wie möglich am Modul, um DC-Leitungen kurz zu halten.

  • Sichere Steckverbindungen mechanisch ab (z. B. UV-beständige Clips/Kabelbinder).

  • Dokumentiere die Leistungsbegrenzung (Screenshot, App, Datenblatt) – hilft bei Anmelde-Rückfragen.

  • Bewahre Seriennummern und Zertifikate gut auf. Netzbetreiber oder Versicherer fragen oft danach.

Mach den ersten Schritt und entdecke selbst die Vorteile eines Steckersolargeräts – jetzt bei Stecker-Kraftwerk!