Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk?
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Lesezeit 3 min
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Ein Balkonkraftwerk – oft auch Stecker-Solaranlage, Mini-PV-Anlage oder Stecker-Kraftwerk genannt – gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, selbst Solarstrom zu produzieren. Die kompakten Photovoltaikanlagen werden auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten installiert und speisen den erzeugten Strom direkt über eine Steckdose in das Hausnetz ein.
Der erzeugte Gleichstrom aus den Solarmodulen wird vom Wechselrichter in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt, sodass Haushaltsgeräte ihn sofort nutzen können. Die Installation eines Stecker-Kraftwerks dauert häufig weniger als eine Stunde und kann in vielen Fällen ohne Elektriker erfolgen.
Doch wie viel Strom produziert ein Balkonkraftwerk tatsächlich? Reicht ein 800-Watt-Balkonkraftwerk aus oder lohnt sich eine größere Anlage mit mehr Modulleistung? Und wie unterscheiden sich solche Systeme von klassischen Photovoltaikanlagen auf dem Dach?
Dieser Ratgeber zeigt dir, wie viel Strom ein Balkonkraftwerk pro Tag, Monat und Jahr erzeugen kann und welche Faktoren den Ertrag beeinflussen.
Der jährliche Stromertrag eines Balkonkraftwerks hängt vor allem von Leistung, Standort und Ausrichtung der Solarmodule ab.
Typische Werte in Deutschland:
etwa 1.000 bis 1.800 kWh Strom pro Jahr
höchste Stromproduktion im Sommer
im Winter nur etwa 10 bis 20 % der Sommerleistung
Selbst kleine Anlagen können einen spürbaren Anteil des Haushaltsstroms abdecken und helfen dabei, langfristig Stromkosten zu sparen.
| Modul-leistung | Wechselrichter-leistung | Jahresertrag | Sommer (pro Tag) | Winter (pro Tag) |
| 1.000 Watt | 800 Watt | ca. 1.115 kWh | 5-6 kWh | ca. 0,7 kWh |
| 2.000 Watt | 800 Watt | ca. 1.801 kWh | 9-11 kWh | ca. 1,5 kWh |
Diese Werte sind Durchschnittswerte für Deutschland und können je nach Standort variieren.
Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk erzeugt in Deutschland durchschnittlich etwa 1.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.
Das entspricht ungefähr:
4 bis 5 kWh pro Tag im Sommer
etwa 0,5 kWh pro Tag im Winter
Die Bezeichnung „800 Watt Balkonkraftwerk“ bezieht sich auf die maximal zulässige Einspeiseleistung des Wechselrichters. Die angeschlossenen Solarmodule dürfen jedoch deutlich mehr Leistung haben – zum Beispiel 900, 1.000 oder sogar 2.000 Watt.
Durch diese sogenannte Überdimensionierung der Module erreicht das System auch bei:
bewölktem Himmel
schwacher Sonneneinstrahlung
ungünstigen Lichtverhältnissen
häufiger die maximale Einspeiseleistung.
In der Praxis deckt ein Balkonkraftwerk damit oft die Grundlast eines Haushalts, beispielsweise für:
Kühlschrank
Internetrouter
Beleuchtung
Standby-Geräte
Ein Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt Modulleistung kann in Deutschland zwischen 1.700 und 2.200 kWh Strom pro Jahr erzeugen.
Typische Werte sind:
etwa 8 bis 11 kWh pro Tag im Sommer
etwa 1 bis 1,5 kWh pro Tag im Winter
Auch hier gilt weiterhin die gesetzliche Grenze von 800 Watt Wechselrichterleistung für Stecker-Kraftwerke. Der Vorteil der höheren Modulleistung liegt darin, dass die maximale Einspeisung deutlich häufiger erreicht wird, besonders bei wechselhaften Wetterbedingungen.
Dadurch steigt der Gesamtertrag über das Jahr hinweg deutlich.
Ein System mit 4.000 Watt Modulleistung erzeugt in Deutschland etwa 3.400 bis 4.400 kWh Strom pro Jahr.
Das entspricht ungefähr:
14 kWh pro Tag im Sommer
2 bis 3 kWh pro Tag im Winter
Technisch handelt es sich dabei jedoch nicht mehr um ein Balkonkraftwerk, sondern um eine klassische Photovoltaikanlage. Solche Anlagen müssen:
beim Netzbetreiber angemeldet werden
fachgerecht installiert werden
fest in die Hausinstallation integriert sein
Sie bieten allerdings langfristig die größte Unabhängigkeit vom Stromnetz.
Der tatsächliche Stromertrag einer Mini-PV-Anlage wird von mehreren Faktoren beeinflusst.
Je mehr Sonnenstunden ein Standort hat, desto höher ist der Stromertrag. In Süddeutschland kann der Ertrag bis zu 15 % höher sein als im Norden.
Optimal ist eine Südausrichtung mit etwa 30 bis 35 Grad Neigung.
Schatten durch:
Bäume
Gebäude
Balkongeländer
kann den Stromertrag deutlich reduzieren.
Moderne Komponenten wie:
effiziente Wechselrichter
hochwertige Solarmodule
können den Stromertrag zusätzlich steigern.
Die Stromproduktion ist im Sommer deutlich höher als im Winter, da die Tage länger sind und die Sonne höher steht.
Im Winter produziert ein Balkonkraftwerk deutlich weniger Strom als im Sommer.
Der Grund dafür ist:
kürzere Tage
schwächere Sonneneinstrahlung
niedrigerer Sonnenstand
Der Winterertrag liegt daher meist nur bei 10 bis 20 % der Sommerleistung.
Trotzdem lohnt sich der Betrieb weiterhin, da auch im Winter genügend Solarstrom erzeugt wird, um dauerhaft laufende Geräte im Haushalt zu versorgen, beispielsweise:
Kühlschrank
Router
Smart-Home-Geräte
Standby-Verbraucher
Ein Balkonkraftwerk kann je nach Leistung, Standort und Ausrichtung jährlich zwischen etwa 1.000 und über 3.000 Kilowattstunden Strom erzeugen.
Damit lässt sich ein spürbarer Teil des Haushaltsstroms selbst produzieren und der Strombezug aus dem Netz deutlich reduzieren.
Besonders im Sommer leisten Stecker-Kraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung und helfen dabei, Energiekosten langfristig zu senken.
Mit einem optionalen Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch zusätzlich erhöhen, da überschüssiger Solarstrom gespeichert und später genutzt werden kann.
Ein Balkonkraftwerk ist daher eine effiziente und zukunftssichere Lösung, um selbst Strom zu erzeugen und unabhängiger von steigenden Energiepreisen zu werden.
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